❤ Wie Musik Bakterien schwächen kann
Wenn wir an Musik denken, denken die meisten von uns an Emotionen, Erinnerungen oder einen Rhythmus, der den Körper zum Tanzen bringt. Doch was, wenn Musik auch Mikroben beeinflussen und ihre Überlebensfähigkeit beeinträchtigen kann?
Kürzlich untersuchten Forscher der türkischen Ege-Universität Solfeggio-Frequenzen – eine alte Tonfolge, der eine harmonisierende Wirkung auf Körper und Geist zugeschrieben wird. Sie wählten fünf davon aus: 396 Hz, 432 Hz, 528 Hz, 741 Hz und 963 Hz. Anstelle von Menschen ließen sie Enterococcus faecalis-Bakterien – mikroskopisch kleine „Bösewichte“, die dafür bekannt sind, einen zähen Biofilm zu bilden – diese Töne anhören.
Was ist ein Biofilm und warum ist er wichtig?
Ein Biofilm ist eine dünne Bakterienschicht, die als Schutzschild fungiert. Bakterien in einem Biofilm sind deutlich resistenter gegen Antibiotika und das Immunsystem als frei schwimmende Bakterien. Man kann sich einen Biofilm als ein festes, schleimiges Netzwerk vorstellen, in dem Bakterien „leben“ und Informationen austauschen.
Wie lief das Experiment ab?
Die Forscher züchteten Kolonien von Enterococcus faecalis und setzten sie für einen bestimmten Zeitraum einzelnen Solfeggio-Frequenzen aus. Anschließend maßen sie die Dicke des von den Bakterien gebildeten Biofilms. Sie verwendeten eine Kristallviolett-Färbung und anschließende optische Messung in einem Gerät, das die Biofilmmenge genau quantifizieren kann.
Was fanden sie heraus?
Die Ergebnisse überraschten sogar die Forscher selbst:
Frequenzen von 432 Hz, 741 Hz und 963 Hz führten zu einer deutlichen Verringerung der Biofilmdicke.
Andererseits hatten einige Frequenzen nur minimale Auswirkungen (z. B. 396 Hz und 528 Hz in diesem speziellen Test).
Dies deutet darauf hin, dass bestimmte Schallfrequenzen das sogenannte Quorum Sensing stören können – den Prozess, bei dem Bakterien miteinander „sprechen“ und die Bildung eines Biofilms koordinieren.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Obwohl es noch ein weiter Weg ist, bis Ärzte bakterielle Infektionen mit Musik „behandeln“, zeigt diese Studie, dass Klang und Vibrationen selbst auf mikroskopischer Ebene eine Rolle spielen können. Frequenzen könnten künftig ein unterstützendes Instrument bei der Behandlung von Infektionen werden, insbesondere bei solchen, bei denen Bakterien einen resistenten Biofilm gebildet haben.
Die Wissenschaftler betonen, dass dies ein erster Schritt ist – die Effekte wurden unter Laborbedingungen beobachtet, und es sind weitere Studien erforderlich, um die Wirkung im lebenden Organismus zu erforschen. Die Vorstellung, dass Musik auch in das Leben von Bakterien eingreifen kann, eröffnet jedoch einen faszinierenden Raum für die Verbindung von Wissenschaft, Klang und Medizin.
(Quelle: fcb Energie života)